Indie-Autor: Bin ich das schon oder schreibe ich nur?
Was, bitte, ist ein Indie-Autor? Ich las diesen Begriff und musste erst einmal recherchieren. Vielleicht schmunzelst du jetzt, aber manchmal fällt mir das sechste Lebensjahrzehnt auf die Füße. Meine Generation stolpert doch ab und zu über Begriffe, die jüngere Menschen ganz selbstverständlich gebrauchen. Schnell fand ich heraus, dass sich die Bezeichnung von „Independent“ ableitet und Autoren beschreibt, die im Selbstverlag veröffentlichen. Das bin ja ich, dachte ich mir, und ich überlegte, ob ich die Bezeichnung mag. Im Raum steht außerdem die Frage, ob wir uns überhaupt als „Schriftsteller“ bezeichnen dürfen. Vor einigen Jahren war das noch nicht möglich. Hat sich die Branche verändert?
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Indie-Autor: Ich konnte damit gar nichts anfangen
In welchem Zusammenhang mir der Begriff Indie-Autor zum ersten Mal begegnet ist, weiß ich gar nicht mehr. Ich habe ihn im Netz gelesen und mein Kopfkino wanderte sofort zu den amerikanischen Ureinwohnern. Heute muss ich mich dafür entschuldigen, aber als wir Kinder waren, verkleiden wir uns zum Fasching als Winnetou oder Nscho-tschi . Dann rannten wir mit den Fingern auf den Lippen und „Lu-Lu-Lu-Lu“-Schlachtrufen durch die Gänge unseres altehrwürdigen Schulhauses. So hat jede Generation ihre Helden. Unsere Enkelkinder verkleiden sich heute als Superman, Harry Potter oder Anna und Elsa.
Warum mich der Gedankenblitz völlig in die Irre führte, kann ich mir nicht wirklich erklären. Aber ich verortete die Autoren in dem Karl-May-Genre und dache keine Sekunde an „Independent“. Auch das könnte an meiner Kindheit liegen. Denn unser Englischunterricht bestand vornehmlich aus dem Schreiben von Vokabelarbeiten. Die Unterrichtssprache war Deutsch. Ich glaube, die Vokabel „Independent“ war in unseren Listen nicht vorhanden.
Mittlerweile kann ich ein recht passables Englisch lesen und bin im Ausland nicht völlig verloren. Doch was ein junger Mensch nicht lernt, kann er sich im Alter nur mit einigen Hürden beibringen. Vielleicht ging mein Kopfkino deshalb so stark in die falsche Richtung. Aber es waren wirklich nur die allerersten Gedanken, die nach Amerika hinüberschwappten. Nicht Karl May war ein Indie-Autor, sondern … ich!
Das bin ja ich!
Google & Co liefern heute schnelle Antworten auf offene Fragen. Sekunden nach meinem Kopfkino wusste ich, dass ich ein Indie-Autor bin. Es ist die Autorenfraktion, die alles selbst machen möchte. Oder die mangels Verlag alles selbst machen muss.
Über meine frühen Erfahrungen mit dem Selfpublishing habe ich bereits berichtet. Fast wäre ich als junge Frau mit Ambitionen auf die Veröffentlichung des eigenen Buch in den den 1990er-Jahren an einen Druckkostenzuschussverlag geraten. Damals hieß mein Werk „Das Glück aus der Vergangenheit.“ Es war der erste Entwurf meiner Roman-Ennealogie „Anna und Mike“, den vermutlich niemand gelesen hätte. Ich hatte etwas geschrieben. Meine Familie las es, wies mich auf Rechtschreibfehler hin und fand es toll. Super, dachte ich, jetzt werde ich berühmt.
Zum Glück hatte mich mein gesunder Menschenverstand gebremst. Heute bin ich sehr froh, dass ich mehr als dreißig Jahre gewartet habe, bis ich mein Projekt veröffentlichen möchte. Das liegt nicht nur daran, dass aus einer kleinen Zusammenfassung der Handlung neun Romane geworden sind. Die Möglichkeiten des Selfpublishings haben sich so gewandelt, dass wir zumindest die Chance haben, etwas Schönes zu veröffentlichen, das halbwegs professionell anmutet.
Buchveröffentlichung in Eigenregie
Ob wir es schaffen, ein Buch auf den Markt zu bringen, das nicht sofort wegen eines schlechten Covers und vieler Rechtschreibfehler zerrissen wird, entscheidet der Leser. Aber die meisten Indie-Autoren sind so gut informiert, dass sie nicht mehr auf einen Druckkostenzuschussverlag hineinfallen. Sie suchen sich aus den vielen Angeboten das aus, welches am besten zur Buchidee und zum Budget passt.
Fassen wir also zusammen: Indie-Autoren sind unabhängig von einem Verlag. Sie schreiben ihr Buch und kümmern sich dann selbst um das Lektorat, das Cover, die Veröffentlichung und die Vermarktung. Somit sind Indie-Autoren zwar in der Deutschen Nationalbibliothek gelistet, sofern sie sich für eine ISBN entschieden haben und nicht ausschließlich auf Amazon KDP setzen. Aber sie sind keine ernstzunehmenden Schriftsteller.
Woher ich diese Aussage habe? Vor 15 Jahren hatte ich meinen ersten „richtigen“ Roman fertiggestellt. Er trug den Arbeitstitel „In den Wellen deiner Leidenschaft“ und liegt bis heute in meiner Schublade. Vielleicht wird er der Nachfolger von „Anna und Mike“, den dem Projekt gab ich danach meine Priorität und es ließ mich nicht mehr los.
Hätte ich meinen Erstling im Jahre 2011 veröffentlicht, wäre er über BOD erschienen. 700 Seiten in engster Schrift zu einem Kaufpreis von 39,95 EUR. Damals war Print on Demand noch sehr teuer. Vor allem wäre ich mit einer solchen Veröffentlichung kein Schriftsteller gewesen. Was waren nur Autoren, die einen Verlag gefunden hatten.
Wie ist das heute? Die Anzahl der Indie-Autoren ist rasant gewachsen. Sind sie Schriftsteller oder ist dieses Prädikat immer noch Verlagsautoren vorbehalten. Und wenn ja: Zählen die Kleinverlage hinzu oder dürfen sich nur Autoren mit der Berufsbezeichnung schmücken, die bei Goldstein, Bastei Lübbe oder Ullstein unter Vertrag stehen?
Wann ist man eigentlich ein „echter“ Schriftsteller?
Der Büchermarkt hat sich in den letzten fünfzehn Jahren sehr stark verändert. Eine Konstante ist der Dienstleister BoD. Ich favorisiere ihn bis heute. Die Modalitäten haben sich weiterentwickelt und an den Markt angepasst. So kann ich meine gedruckten Bücher heute zu marktüblichen Preisen von zehn bis 20 EUR verkaufen. Das eBook wird kostenlos generiert und auf den gängigen Online-Plattformen bereitgestellt. Warum ich mich gegen Amazon KPD entschieden habe, werde ich einmal in einem anderen Artikel darlegen.
Auch andere Anbieter für Selfpublishing sind gewachsen und bieten ausgereifte Dienstleistungen an. Es gibt Indie-Autoren, die große Erfolge feiern. Auf der anderen Seite haben sich bekannte Schriftsteller aus verschiedenen Gründen entschieden, parallel zu ihren Verlagsverträgen Werke im Selfpublishing zu veröffentlichen.
Matthias Matting ist ein deutscher Physiker, der unter dem Pseudonym Brandon Q. Morris sehr erfolgreiche Science-Fiction-Literatur schreibt. Einige seiner Sachbücher sind im Selfpublishing erschienen.
Cornelia Funke ist eine der bekanntesten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart. Sie veröffentlicht ihre Werke für den englischsprachigen Raum im Selfpublishing, um ihre individuellen Vorstellungen umsetzen zu können.
Somit ist das Selfpublishing in den letzten fünfzehn Jahren salonfähig geworden. Und damit ist eine gute Nachricht verbunden: Als Indie-Autor darfst du dich Schriftsteller ändern.
Mitgliedschaft im Schriftstellerverband
Seit dem Jahr 1969 gibt es in Deutschland den Verband Deutscher Schriftsteller. Als ich mich zu Beginn der 2010er-Jahre ernsthaft mit dem Selfpublishing zu beschäftigen begann, waren Indie-Autoren aus dem Verband ausgeschlossen. In dieser Zeit war nicht nur die Bezeichnung „Schriftsteller“, sondern auch die Aufnahme in den Verband an die Veröffentlichung in einem Verlag gebunden.
Auch das hat sich geändert. Das Seit 2019 ist es möglich, als Selfpublisher dem „Verband Deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen“ beizutreten. Mit den genauen Kriterien habe ich mich noch nicht beschäftigt, da ich noch nicht veröffentlich habe. Doch ich finde es gut und richtig, dass Indie-Autoren endlich gleichberechtigte Schriftsteller sind. Es hat viel zu lange gedauert!
Finden wir im Buchhandel statt?
In der Berliner Friedrichstraße gibt es das Kulturkaufhaus Dussmann. Auf vier Ebenen gibt es Bücher, Musik, Spiele und Accessoires zu kaufen. Die Auswahl ist riesig und unterscheidet sich enorm von der eines klassischen Buchhändlers. Doch auch im Dussmann, wie wie Berliner das Kaufhaus nennen, findest du keine Bücher in der Auslage, die im Selbstverlag entschieden sind.
Indie-Autoren können nicht davon ausgehen, dass ihre Bücher eines Tages prominent in einer Auslage platziert werden. Mich ärgert das, weil ich in den Communitys auf Facebook und Instagram sehe, was für gute Werke dabei sind. Doch in Deutschland braucht ein Schriftsteller einen Namen oder irgendwelche Beziehungen. Sonst rennt er gegen eine Wand.
Nachdem ich mich vor vielen Jahren über die unübersehbare Auslage des Romans „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche aufgeregt habe, der auf Tischen und im Kassenbereich einer großen Buchhandelskette nahezu inflationär platziert war, fiel mir in jüngerer Zeit ein Werk der Tagesthemen-Moderatorin Jessy Wellmer negativ auf.
Ein Kind erinnert sich an die DDR
Jessy Wellmer wurde im Jahre 1979 in Güstrow geboren. Sie war zehn Jahre alt als die Mauer fiel. Und damit genauso alt wie eine sehr enge Freundin von mir, die an das Leben in der DDR so gut wie keine Erinnerung mehr hat. Wenn ich an die Zeit denke, in der ich meinen zehnten Geburtstag feiere, bleiben politische Aspekte völlig außen vor. Ich hatte eine enge Beziehung zu meiner Omi, eine tolle Zeit mit den Freunden in der Schule und wir fuhren in den Ostseeurlaub. Weihnachten bekam ich ein neues Fahrrad. Dass uns die Staatssicherheit überwachte und wir nicht nach Hamburg reisen durften, wusste ich. Aber ich hätte das nicht einordnen können.
Der Verlag Kiepenheuer & Witsch verlegte somit ein Werk von einer Autorin, die aufgrund ihres Alters bestenfalls ähnliche Erinnerungen aus ihrer Kindheit aufschreiben kann. Doch ihr Werk heißt „Die neue Entfremdung: Warum Ost- und Westdeutschland fremdeln – und eine neue Einigkeit brauchen“. Das Buch lag, wie einst die Feuchtgebiete, auf einer Auslage im Bereich Zeitgeschichte. In unmittelbarer Gesellschaft befanden sich Werke westdeutscher Autoren und das Buch eines Historikers, dessen Eltern in Ost-Berlin von der Stasi verfolgt wurden.
Wenn der Name das Verlagsprogramm ist
Jessy Wellmer ist eine erfolgreiche Journalistin. Ich mochte ihre Sportmoderation, die sie vor einigen Jahren während der Fußball-WM in Vertretung für den erkrankten Alexander Bommes übernahm. Als Moderatorin kenne ich sie nicht, da ich die Tagesthemen nicht schaue. Dass sie die richtige Autoren für DDR-Erinnerungen ist, möchte ich gern bezweifeln. Sie wurde in der DDR geboren, ihr Buch beginnt mit einer persönlichen Geschichte. Aber dennoch wünschte ich mir lieber einen auf dem Buchmarkt unbekannten Zeitzeugen für ein solches Werk, der in der DDR erwachsen wurde und die Frage, die das Werk stellt, nicht aus Recherchen, sondern aus der Erinnerung beantworten kann.
Ich wurde in der DDR erwachsen, aber ich war dennoch so jung, dass ich nicht geeignet wäre, ein solches Werk authentisch zu verfassen. Der Verlag setzte offenbar nicht auf einen Zeitzeugenbericht, sondern auf einen bekannten Namen. Wellmer, DDR-Geburtsurkunde, passt, machen wir. So ähnlich lief es bei Bestsellerautoren wie Boris Becker, Dieter Bohlen oder Anis Ferchichi alias Bushido. Alle haben einen Ghostwriter bemüht. Jessy Wellmer hat ihr Buch selbst geschrieben und greift auf individuelle Recherchen zurück. Dennoch sollte ihr Geburtsdatum ein Kriterium sein, das eine persönliche Einordnung der DDR-Geschichte verhindert.
Große Verlage müssen profitorientiert arbeiten
Verlage sind Wirtschaftsunternehmen. Sie müssen Gewinne erwirtschaften. Also nehmen sie vorrangig Manuskripte in ihr Verlagsprogramm auf, die sie erfolgreich vermarkten können. Es ist nicht so, dass unbekannte Autoren gar keine Chance haben. Aber es ist die berühmte Nadel im Heuhaufen, die gefunden werden muss. Wer keinen Namen und keine Beziehungen hat, kommt nur sehr schwer in ein Verlagsprogramm hinein.
Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte übernehmen wir keine Haftung und wir können sie nicht zurücksenden. Wenn sie binnen drei Monaten keine Rückmeldung haben, gehen Sie davon aus, dass wir Sie nicht berücksichtigen können.
Diese Formulierung entstammt meiner Erinnerungen. Sie ist kein Zitat, sondern bildet ab, was unbekannte Neuautoren ohne Vitamin B von einem großen Verlagshaus erwarten dürfen.
Ghostwriter erzählen bekannte Geschichten
In der Konsequenz bemüht Boris Becker einen Ghostwriter, um eine Familiengeschichte zu erzählen, die ohnehin jeder aus der Yellow Press kennt. Anis Ferchichi hat seine Vergangenheit in zwei sehr ähnlichen Büchern verarbeitet. Und seit Dieter Bohlen mit einem Co-Autor unter die Schriftsteller ging, weiß die Nation, dass er sich einmal den Penis brach. Parallel dazu landen jedes Jahr tausende gute Geschichten im Papierkorb der Lektorenschaft großer Verlage. Nicht, weil sie schlecht sind. Sondern weil die Zeit fehlt, sie anzuschauen.
Bestsellerautoren sind fest etabliert
Neben den großen Namen gibt es noch die Bestsellerautoren, die fest auf dem deutschen Buchmarkt etabliert sind. Sebastian Fitzek oder Charlotte Link haben ihren Platz auf dem Büchertisch ganz sicher. Ebenso Nele Neuhaus, die es einst schaffte, über das Selfpublishing in die erste Liga aufzusteigen. Dass der Weltbesteller Harry Potter einst abgelehnt wurde, ist über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannt. Es gibt sie also doch, die unbekannten Autoren, die entdeckt wurden. Aber es sind wenige.
Kein Vorwurf an Verlage und Buchhändler
Es ist im Grund falsch, den Verlagen oder dem Buchhandel einen Vorwurf zu machen. Die Branche hat es schwer. Die Jugend nutzt lieber ihr Smartphone, als ein Buch zu lesen. Digitale Reader laufen den gedruckten Werken den Rang ab. Der Riese Amazon hat eigene Programme und bildet mit seiner schnellen Lieferzeit eine riesige Konkurrenz für jeden Buchhändler. Dennoch wäre es schön, wenn jeder Verlag ein festes Kontingent für Neuautoren etablieren würde. So wären Indies, die gern bei einem Verlag unterkommen würden, nicht ausschließlich auf den Zufall angewiesen.
Dass der Buchhandel in der Regel keine selbst verlegten Werke auf seine Tische legt, ist ebenfalls verständlich. Der Händler scheut das finanzielle Risiko. Es gibt für diese Bücher kein Marketing und keine professionelle Betreuung. Kauf niemand, bleibt der Händler auf den Kosten sitzen.
Immerhin gibt es mittlerweile vorrangig regionale Buchhandlungen, die bereit sind, einige Exemplare von unbekannten Autoren aus der Stadt oder dem Umkreis auszulegen. Diese Chance sollten alle Indies nutzen, die ihre Bücher nicht über KDP, sondern klassisch verkaufen möchten.
Die Freiheit des Self-Publishing – und die Zweifel, die bleiben
Selfpublishing geht mit einer großen individuellen Freiheit einher. Ich habe mich von Anfang an für diesen Weg entschieden. Die Gründe sind eindeutig: Kein Verlag nimmt ein neunbändiges Werk einer unbekannten Autorin an, die ihren 50. Geburtstag schon vor einiger Zeit gefeiert hat. Würde ich einen Verlag finden, kürzt er die Handlung mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Hälfte ein. Ich kann das Cover nicht selbst bestimmen, den Titel vielleicht auch nicht, und ich muss, im Falle eines Erfolges, vielleicht eine Fortsetzung schreiben, die in drei Wochen fertig zu sein hat.
So könnte ich nicht arbeiten, und ich hätte ohnehin verloren: Meine Romanreihe wollte ich schon vor Jahren veröffentlichen. Doch ich war nicht zufrieden. Jetzt bin ich es. Und jetzt ist der Zeitpunkt für die Veröffentlichung gekommen. Es ist mein Buch, mein Titel, mein Cover. Ich lektoriere selbst. Doch dieses individuelle Gesamtpaket – da steckt der Indie drin! – birgt auch Zweifel.
Wird mich jemand lesen wollen?
Diese Frage stellt sich wohl jeder angehende Autor, und zwar unabhängig davon, ob er einen Verlagsvertrag hat oder nicht. Indie-Autoren haben sich zwar etabliert, aber die Vorurteile bleiben bestehen. Wird das Werk professionell sein? Wimmelt es nicht vor Fehlern in der Rechtschreibung und der Grammatik? Gibt es an dem Cover nicht doch etwas auszusetzen?
Für mich muss ich sagen, dass ich der Veröffentlichung meiner Romane recht entspannt entgegen sehe. Ich weiß, wie schwierig die Sichtbarkeit im Selfpublishing ist. Marketing ist nicht jedermanns Stärke. Im Schreiben mag ich forsch sein, im wahren Leben bin ich eher introvertiert. Meine Zweifel betreffen nicht die Frage, dass mich keiner lesen möchte. Sondern ob ich dem Leben als Autorin in der Öffentlichkeit überhaupt gewachsen bin.
Aber ich gehe einen Schritt nach dem anderen. Es wäre sicher kein schönes Gefühl, wenn sich kein Leser findet oder wenn miese Rezensionen bei Amazon auftauchen. Auf der anderen Seite wäre der riesige Durchbruch vielleicht auch schwierig. Denn ich müsste meine Bubble verlassen. Aber der Rat kommt mit der Zeit. Ich möchte veröffentlichen. Und das verfolge ich jetzt.
Mein Fazit: Ich, Indie-Autorin, möchte keinen anderen Weg gehen
Ich bin eine Indie-Autorin, die ihre Werke keinem Verlag anbieten wird, weil sie einen ganz eigenen Weg gehen möchte. Ob das funktioniert, entscheidet der Markt. Wenn ich veröffentlicht habe, werde ich eine Schriftstellerin sein. All das ist heute, in den 2020er-Jahren möglich und das finde ich persönlich als riesigen Fortschritt.
Dieser eigene Weg ist für uns das wichtigste Instrument. Wir sollten selbstbewusst bleiben und uns nicht in Diskussionen verwickeln lassen, ab wann wir ein Autor oder ein Schriftsteller sind. Es ist auch ganz egal, ob es einen Verlag gibt oder nicht. Jeder von uns, der eine Geschichte zu Papier bringt, hat etwas Einzigartiges geschaffen. Darauf dürfen wir stolz sein.
Der Markt verändert sich, wir lernen ständig dazu. Nun weiß ich, dass ich zu den Indie-Autoren gehöre und dass ich mich auch dann so nennen darf, wenn ich noch keine Veröffentlichung nachweisen kann. Ich schreibe. Nur das zählt.
Mein Rat an dich: Lass dir von niemandem etwas einreden, sondern zeichne einen Weg, der sich für dich gut anfühlt. Auf diesem Weg gehst du dann mit viel Konsequenz. Lass dich von dem Ziel einfach überraschen. Die meisten Bücher finden ihre Leser. Und wenn der Erfolg wirklich klein bleibt, dann sage dir, dass du etwas Individuelles und Einzigartiges geschaffen hast. Viele Kritiker – und Neider – können das von sich nicht behaupten.


ISSN 3053-6758
JE 2025-28


