Bücher mit KI schreiben? – Warum ich meine Texte selbst schreibe
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT, Gemini und anderen KI-Promptern hat sich das Schreiben nachhaltig verändert. Die KI ist in der Lage, fehlerfreie Texte zu produzieren. Dabei ist sie deutlich schneller als ein Autor. Mittlerweile wird der Markt mit KI-generierten Büchern nahezu geflutet. Die Veröffentlichung erfolgt in aller Regel im Selfpublishing. Verlage setzen setzen nach wie vor auf „menschliche“ Autoren, deren Marke sie aufbauen können. Ich habe mich für das Selfpublishing entschieden und trete nun gegen eine Flut von selbstveröffentlichten Werken an. Das ist eine neue Herausforderung. Doch ich habe dazu eine ziemlich klare Haltung: Ich werde keine Bücher mit KI schreiben. Die Handarbeit ist eine Leidenschaft, die ich mir bewahren möchte.

Darf ich Ihnen aus meinem Buch vorlesen?
Vor einiger Zeit saß ich am Ufer des Petzinsees. Das ist ein kleiner See, der einen Zufluss zur Havel hat. Er liegt in der Gemeinde Schwielowsee. Dort schreibe ich im Frühjahr gern, weil die kleine Wiese von der Sonne geflutet wird.
Ein Hund flitzte ins kalte Wasser und holte einen Ball, den sein Herrchen ihm zugeworfen hatte. Das Spiel wiederholte sich einige Male. Ich schaute zu und hing meinen Gedanken zu einem Blogartikel nach, an dem ich gerade arbeitete.
Der Hund kam auf mich zu, schnupperte, Herrchen beorderte ihn zurück. Der Labrador gehorchte aufs Wort und rannte wieder ins Wasser. Er schwamm ein Stück, kam zurück ans Ufer und suchte seinen Ball. Ich lächelte in mich hinein. Wir hatten nie einen Hund. Tiere passen nicht in unseren unabhängigen Lebensentwurf. Aber ich mag Hunde gern. Wenn Sie gut erzogen sind.
Herrchen warf den Ball wieder ins Wasser, ich schrieb weiter. Ein paar Minuten später kam der Mann auf mich zu und fragte mich, ob ich mein Homeoffice nach draußen verlegt hätte. Ich bejahte. Es war ein Tag im Februar, die Sonne schien vom blauen Himmel, es war für die Jahreszeit ungewöhnlich warm. Auf die Frage, was ich denn arbeiten würde, antwortete ich, dass ich Autorin wäre. Der Mann grinste und erzählte mir, dass er gerade an einem Buch schrieb. Mit ChatGPT. Und er fragte mich, ob er mir daraus einen kleinen Abschnitt vorlesen dürfte.
Blumige Geschichte mit einigen Klischees
Ich hörte zu. Ja, der Abschnitt war sehr gut geschrieben. Es hörte sich blumig an. Der virtuelle Autor gab viele Umschreibungen. Der Mond, gespenstische Stille, ein Wald, nachtaktive Tiere, die für Geräusche sorgten. Bevor die Handlung auf den Punkt kam, hörte der Mann auf zu lesen. Er musste sich um seinen Labrador kümmern.
Die gespenstische Nacht, ein bisschen gruselig, ein wenig sagenumworben, finden wir in vielen Romanen und Erzählungen. Die KI setzt ausgeschriebene Ereignisse zu einer neuen Geschichte zusammen. Und das macht sie richtig gut. Ich hatte das Gefühl, eine solche Handlung schon ganz oft gelesen oder in Filme gesehen zu haben. Auch das ist nicht ungewöhnlich. Es gibt Millionen Romane. Nicht jeder Autor erfindet eine ganz neue Story. Dennoch liest sich jedes Werk anders. Meistens, jedenfalls.
Die KI greift Vorhandenes auf und macht etwas Eigenes draus. Darin unterscheidet sie sich nur marginal vom menschlichen Autor. Doch Schreiben ist ein Prozess. Es ist nicht einfach ein Text, der produziert und veröffentlich wird. Die KI kann Emotionen beschreiben, denn darauf ist die trainiert. Sie kann Emotionen aber nicht erleben. Und darin liegt der marginale Unterschied.
Fällt ein KI-Text sofort auf?
Diese Frage stellte ich mir, als ich ein wenig später mit meinem Fahrrad nach Hause fuhr. Der Hundebesitzer hatte mir erzählt, dass der Text von ChatGPT geschrieben wurde. Bei einigen Passagen glaubte ich das zu erkennen. Besser wäre es gewesen, wenn es mir der Mann nicht vor dem Lesen erzählt hätte. Ich glaube, dann hätte ich darüber gar nicht nachgedacht, sondern mich mehr auf die Handlung konzentriert.
Aus dieser Erfahrung heraus würde ich sagen: Nein. Es fällt nicht sofort auf. Spannende Handlungen, die in der Nacht und im Nebel geschehen und ein wenig klischeehaft wirken, gibt es in Romanen vieler Generationen. Autoren bedienen sich dieser Kulisse, um Spannung zu erzeugen und einen Höhepunkt in der Handlung zu schaffen. Deshalb würde ich sagen: Nein. Ein KI-Text fällt nicht sofort auf.
Doch was ich hörte, war nicht neu. Es kam mir vor, als hätte ich es schon etliche Male gelesen. Vielleicht unterscheidet sich die KI darin von uns, den Autoren, deren Geschichten aus dem Kopf über die Tastatur auf das Papier fließen: Wir versuchen, Neues zu kreieren. Das kann die KI nicht. Sie nimmt Vorhandenes und kreiert daraus eine andere Geschichte. Doch im Gegensatz zu uns Menschen hat sie keine eigenen Erlebnisse und keine Emotionen, die in die Handlung einfließen können.
Vielleicht ist das der Grund, warum ich die Handlung aus austauschbar empfunden habe. Oder ich bin voreingenommen. Ich denke, dass das eine Rolle spielt.
Ich wollte schon immer ein Buch schreiben
Etwa eine halbe Stunde sprach ich mit dem Hundebesitzer über sein Werk. Er wollte schon immer ein Buch schreiben, erklärte er mir. Und fügte hinzu, dass er Menschen wie mich bewundert, die das „aus dem Handgelenk“ können.
Nun gäbe ihm die KI die Möglichkeit, seinen Traum zu verwirklichen. Darüber wäre er glücklich, und er lässt sich das was kosten: Etwa 200 EUR gibt er im Monat für ChatGPT aus, um Texte und eindrucksvolle Bilder zu erstellen. Zwei Bilder zeigte er mir. Da war ich begeistert. Ich sah futuristische Zeichnungen, die er nach seiner Beschreibung kreieren ließ.
Der Mann war Softwareentwickler und erzählte, dass er Angst um seinen Job hätte. Die KI könnte seinen Job fressen, befürchtete er. Ich verstand ihn. Viele Jahre hatte ich als SEO-Autorin gearbeitet. Diesen Job hatte die KI als erstes übernommen. Wir müssen mit der Zeit gehen, sagte ich ihm. Die Entwicklung können wir nicht aufhalten.
Bücher mit KI schreiben ist nicht mein Weg
Ich war schon immer offen für jeglichen Fortschritt. Meine Generation wuchs ohne Handy auf. Wir hatten fünf Fernsehprogramme: Zwei aus der DDR und drei aus dem Westen. In meinem Elternhaus gab es einen einzigen Fernseher. Wir stimmten ab, was wir gemeinsam sehen wollten. Wenn man das so formulieren darf. Denn wenn Fußball übertragen wurde, konnten sich meine Mama und ich gegen meinen Papa nicht durchsetzen. Wir verpassten denDenver Clan, weil Sport oberste Priorität hatte.
Zwischen dieser Zeit und heute liegen vierzig Jahre, in denen ich jeglichen Fortschritt für mich genutzt habe. Das Handy, den Computer, die bargeldlose Zahlung, das Online-Banking. die günstigen Versicherungen das dem Netz. Im Homeoffice habe ich bereits gearbeitet, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Die KI hilft mir bei der Erstellung meiner Buchcover und ich nutze sie zu Recherchezwecken. Wenn ich Blogartikel wie diesen schreibe, generiert die KI das Titelbild und unterstützt mich bei der Suchmaschinenoptimierung.
Hoher Verdienst mit KI-Büchern
Auf Instagram bekomme ich regelmäßig Werbeanzeigen eingeblendet: Verdiene viel Geld mit KI-Büchern. Die Erstellung erfolgt binnen Minuten, der Vertrieb erfolgt vornehmlich über Amazon KDP. In den Videos blenden erfolgreiche KI-Autoren ihre Verdienste ein. Diese sind jeden Monat vierstellig. Mindestens.
Ich klicke das weg, versuche es zu sperren, doch es wird immer wieder angezeigt. Vermutlich liegt es daran, dass ich als Autorin im Netz aktiv bin. Die Algorithmen sind der Meinung, dass mich dieses Thema interessieren müsste.
Mit kommt es nicht auf einen hohen Verdienst an, den ich mit meinen Büchern erziele. Mit dem Hundehalter, der mich am See ansprach, habe ich gemein, dass ich schon immer schreiben wollte. In meiner Jugendzeit saß ich in meinem Zimmer und schrieb kleine Geschichten auf. In einem A4-Heft, mit dem Kugelschreiber. Computer hatten in privaten Haushalte noch keinen Einzug gehalten. Eine Schreibmaschine besaßen meine Eltern nicht.
Ein hoher Verdienst wäre etwas Tolles, aber er lockt mich nicht so stark, als dass ich Massenware mit der KI produzieren möchte. Ich plane keineswegs, meine Romanidee mit ChatGPT zu teilen. Ich schreibe klassisch und nehme in Kauf, dass ich als Romanautorin, die im Selfpublishing veröffentlicht, niemals unter den zehn reichsten Deutschen gelistet werde. Schreiben ist für mich eine Berufung. Es ist ein Hobby und es ist meine Leidenschaft.
Ich möchte Geschichten entwickeln
Anders als der Mann mit dem Labrador, behaupte ich selbstbewusst, dass ich schreiben kann. Meine Geschichten entwickeln sich in meinem Kopf. Meine Romanreihe „Anna und Mike“, an der ich seit 2011 aktiv arbeite, begleitet mich seit mehr als dreißig Jahren. Sie entstand aus einer kurzen Brieffreundschaft mit einem Jungen, der nach dem Abitur zur Armee eingezogen wurde. Das war in der DDR so üblich.
Die Armee beendete unsere Bekanntschaft, noch bevor sich daraus eine Jugendliebe entwickeln konnte. Ich war damals fünfzehn. Ein Jahr später lernte ich meinen Mann kennen. Warum diese Brieffreundschaft meinen Kopf nie verließ, kann ich bis heute nicht beantworten. Mit Liebe hat es nichts zu tun.
Vielleicht war es der massive Eingriff des Staates in das Privatleben. Mit meinen Söhnen sprach ich einmal über die Armeezeit in der DDR. Da fiel das Wort „Knast“. Und tatsächlich waren einige Strukturen vergleichbar. In meinem Kopf ging die Geschichte des fünfzehnjährigen Mädchens und ihres „Armisten“ weiter. Daraus entwickelte sich eine neunhändige Romanreihe, auf der ich beide durch ihr Leben begleite.
Die Handlung entsteht im Kopf
Durch persönliche Erlebnisse, die in Romanen verarbeitet oder thematisiert werden, unterscheiden wir Autoren uns von der KI. ChatGPT & Co können gut schreiben. Die Tools sind fehlerfrei, während wir Autoren trotz größter Sorgfalt doch den einen oder anderen Schnitzer einbauen. Unsere Figuren entstehen aus dem Leben. Sie formen sich oft zufällig: Beim Fahrradfahren, im Zug, bei einem Gespräch mit Freunden.
Ich bin ein Kopfschreiber, und das ist mitunter anstrengend. Mit den Jahren hat sich die Handlung meiner Romanreihe so oft geändert, dass ich über das fertige Ergebnis selbst überrascht bin. Vor zwei Jahren glaubte ich fertig zu sein. Doch bei meiner finalen Überarbeitung fehlte etwas. Ich konnte es nicht beschreiben. Es war nicht rund.
Auf einer meiner Fahrradtouren wusste ich plötzlich, dass eine Person fehlt. Sie sollte die Rahmenhandlung erweitern. So hielt ein weiteres Familienmitglied hielt in meinen Romanen Einzug. Ich musste die gesamte Handlung neu denken. In jeder einzelnen Szene fragte ich mich, ob die Person eine Rolle spielt oder nicht.
Schreiben, Kreativität, eigene Gedanken
Der Prozess des Schreibens, die Kreativität und das Denken sind Merkmale, die wir Autoren der KI voraus haben. Unsere Perspektive ist das Leben. Wir arbeiten mit Emotionen und sorgfältig erdachten Handlungssträngen. Dem Zufall überlassen wir nichts. Dies gilt auch für Autoren, die einen Plot schreiben. Sie hätten die zusätzliche Person mit hoher Wahrscheinlichkeit von Anfang an berücksichtigt.
Manchmal wünschte ich mir, dass ich für meine Romanreihe einen Plot gehabt hätte. Ich glaube, das ist der bessere Weg. Doch Autor zu sein ist kein Beruf, den wir von Grund auf erlernen. Es ist ein Hobby. Eine Sucht. Oder die Leidenschaft, von der ich bereits sprach. Ich habe immer drauflos geschrieben. Anders kann ich es nicht.
All diese Grundlagen gelten, seitdem Menschen Geschichten schreiben. Für die KI gelten sie nicht. Denn sie produziert Geschichten, in dem sie eine Matrix nach passenden Inhalten zusammensetzt und neu erzählt. Es fehlt die persönliche Handschrift. Und das Alleinstellungsmerkmal, auf die klassische Verlage einen so großen Wert legen.
Ein Autor hat eine Biografie und ein Genre
Der Autor ist eine Marke. Leser mögen seine Geschichten und seinen Schreibstil. Sie interessieren sich für seine Biografie und fragen sich oft, welche Handlungen aus persönlichen Erlebnissen generiert und welche der Fantasie entsprungen sind.
Viele Autoren sind auf ein bestimmtes Genre festgelegt. Das liegt nicht am Marketing des Verlags, sondern daran, dass das Genre faktisch in den Genen des Autors verankert ist. Nicht zufällig haben beide Begriffe einen identischen Ursprung.
Gibt es einen Schriftsteller, der einen Thriller geschrieben hat, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen? Der danach dann einen fesselnden Fantasy-Roman und als drittes Werk eine Liebesgeschichte mit rührendem Happy-End erfolgreich herausgebracht hat?
Mir fällt keiner ein. Wenn du ein Beispiel kennst, dann schreib es gern in die Kommentare. Ich habe neben meiner Romanreihe weitere Manuskripte in der Schublade. Es sind Liebesgeschichten und Familiengeschichten. Einen Krimi, einen Thriller oder einen Fantasieroman könnte ich nicht schreiben. Mein Genre war von Anfang an in den Genen festgelegt.
Die KI reproduziert Muster
Die Handlung, die mir der Mann mit dem Hund am See vorlas, entsprang einem Muster, das die KI reproduzierte. Er erzählte mir, dass er selbst nicht schreiben kann. Also enthielt die Handlung keine eigenen Gedanken oder individuelle Erfahrungen.
Die KI kann eine Heldenreise starten oder ein Werk aus der beliebten Romance-Gattung mit berührenden Tropen entwickeln. Doch es bleiben Muster, die es schon ganz oft gab. Literatur kann austauschbar werden, wenn dieser Weg weiter verfolgt wird.
Die KI hat keinen Namen und keine Marke. Aber sie kann das, was uns Autoren schwer fällt: Heute schreibt sie einen Liebesroman, morgen den fesselnden Thriller und übermorgen einen Krimi, deren Ausgang den Leser überrascht. Wenn er nicht überlegt, in welchem anderen Werk ihm dieses Ende schon einmal begegnet ist.
Bücherflut für einen Massenmarkt
Sicher gibt es Autoren, die gern hohe Summen in kurzer Zeit verdienen möchten und die Instagram-Werbung, die mir angezeigt wurde, mit viel Hoffnung anklicken. Doch dort liegt das Problem für uns, die wir auch im KI-Zeitalter auf klassisch erzählte Geschichten setzen: Es wird massenhaft generierte Bücher geben. Damit werden Online-Händler überschwemmt. Die Sichtbarkeit für uns, den echten Autor, der sich für den Selbstverlag entschieden hat, sinkt.
Verlagsautoren haben einen Vorteil. Sie liegen in den Buchhandlungen aus: Je nach Bekanntheitsgrad mehr oder weniger präsent. Doch wer im Selfpublishing veröffentlichen möchte, hat es nach wie vor schwer: Erst hatten die unsere Bücher über viele Jahre einen sehr schlechten Ruf. Nun konkurrieren sie mit Werken, die ein Algorithmus erschaffen hat.
Dennoch: Ich gebe nicht auf. Und ich weiß, dass viele meiner Autorenkollegen weiterhin mit eigenen Gedanken und Herzblut an ihren Werken arbeiten. Bücher mit KI zu schreiben, kann zu einem neuen Massenmarkt werden. Doch es wird Leser geben, die auch in zehn oder zwanzig Jahren echte Geschichten lesen möchten. Für diese Leser schreibe ich, in der Hoffnung, dass sich ein Werk mit Herzblut auch in zehn oder zwanzig Jahren noch vom Massenmarkt abhebt.
Wobei die KI mir helfen darf
Ich arbeite seit etwa zwei Jahren mit der KI. Dem Hundehalter mit dem gut erzogenen Labrador erzählte ich, dass ich ebenfalls ChatGPT nutze. Allerdings lasse ich mich das nur 23 EUR im Monat kosten. Dafür unterstützt mich das Tool bei meinen Recherchen. Es hilft mir, relevante Keywords für meine Blogartikel zu finden. ChatGPT sucht Quellen, kramt für mich in Statistiken und erstellt Titelbilder für meine Texte. Die Illustrationen, die du auf diesem Blog siehst, habe ich nicht selbst gezeichnet. Das kann ich nicht, und dazu stehe ich.
Schreiben darf die KI nicht für mich. Das hat sie am Anfang unserer Zusammenarbeit angeboten. Ich habe ihr das verboten. Das funktioniert wunderbar.
Grundsätzlich würde die KI auch das Lektorat übernehmen. Ich habe das mal ausprobiert und war erstaunt, was ChatGPT aus den Texten herausholen kann. Doch ich gehe davon aus, dass ich das nicht nutzen möchte. Ich kann ChatGPT verbieten, meine Inhalte als Training zu verwenden. Aber mein Vertrauen, dass das auch funktioniert, ist gering.
Ein Werkzeug, kein Kollege
Für mich ist die KI ein Werkzeug, aber kein Autorenkollege, mit dem ich mich auf Augenhöhe austauschen möchte. Sie darf mir Antwort auf viele Fragen geben, die sich bei der Recherche auftun. So spare ich Zeit. Ich kann Rückfragen stellen und Themen komplexer behandeln, als dies mit der Google-Suche möglich ist.
Über den Inhalt der Bücher tausche ich mich mit meinen Testlesern, mit der Familie und mit Freunden aus. Über Instagram stehe ich in Kontakt mit Autoren, die ebenfalls im Selfpublishing veröffentlichen. Der Austausch ist sehr bereichernd. Er ist menschlich und lebendig. Das sind Faktoren, die keine KI ersetzen kann. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt.
Doch ChatGPT entwickelt sich gerade rasant. Es bleibt abzuwarten, was das Toll in ein, zwei oder fünf Jahren leisten kann. Ob es den „menschlichen“ Autor ersetzen wird? Ich hoffe, dass er der Leserschaft erhalten bleibt.
Ich möchte keine KI-generierten Bücher lesen
Ich lese ausschließlich Bücher, die aus der Feder eines Autors und nicht aus dem Prompt einer KI stammen. Diesen Anspruch teile ich mit zahlreichen Lesern. Als Autorin möchte ich ihn erfüllen, indem ich keine Bücher mit KI schreibe. Dem Fortschritt habe ich mich nie verschlossen, und ich werde es auch künftig nicht tun.
Doch wir müssen nicht alles mitnehmen, was uns geboten wird. Wir dürfen Oldschool sein. Als Autorin bin und bleibe ich im vorigen Jahrtausend stecken. Das mache ich gern und bewusst. Meine Bücher entstehen in Handarbeit und werden im Selfpublishing veröffentlicht. Diese Kombination habe ich für mich entdeckt, davon lasse ich mich nicht abbringen.
Auf die vierstelligen monatlichen Einkünfte, wenn es sie denn gibt, verzichte ich gern. Dafür freue ich mich über jeden Leser, der handgearbeitete Bücher im Zeitalter der KI lesen möchte. Nichtsdestotrotz wünsche ich dem freundlichen Hundebesitzer und allen anderen angehenden Autoren, die auf die KI sitzen, dass sie erfolgreich sind.
Vielleicht können wir mit unseren Ideen nebeneinander existieren und uns gegenseitig bereichern. Das wäre ein Weg, den ich persönlich richtig gut fände!

ISSN 3053-6758
JE 2026-10





